Kapitel 14 – Das Zimmer, das es nicht geben dürfte

1. Die Rückkehr

Lena, Max und Elias verlassen Caer und fahren zurück in die Stadt. Es ist inzwischen Nacht. Keiner spricht viel. Lena beobachtet Max immer wieder. Seine Augen sind wieder normal, doch sie kann die silberne Farbe nicht vergessen. Max selbst wirkt verändert. Ruhiger – fast zu ruhig. Als Lena ihn fragt, was mit ihm passiert ist, sagt er nur:

„Ich glaube, ein Teil von mir war nie wirklich in dieser Welt.“

Damit bleibt sein Geheimnis bestehen.


2. Das alte Krankenhaus

Sie finden das Krankenhaus, in dem Max vor zwanzig Jahren behandelt wurde. Doch etwas stimmt nicht. Das Gebäude ist längst geschlossen. Ein Teil steht leer. Elias führt sie durch einen alten Seiteneingang. Max kennt den Weg plötzlich, obwohl er seit zwanzig Jahren nicht mehr dort war. Er geht durch die Gänge, ohne nachzudenken. Lena fragt:

„Woher weißt du, wohin du gehst?“

Max antwortet:

„Ich weiß es nicht.“

Dann bleibt er vor einer Tür stehen. Zimmer 217. Max wird bleich.

„Hier war ich.“

Elias korrigiert ihn:

„Nein.“

Pause.

„Du bist hier gestorben.“


3. Das Zimmer

Das Zimmer ist seit Jahren unbenutzt. Doch auf dem Bett liegt etwas. Ein altes Kinderarmband. Max erkennt es sofort. Es gehörte ihm. Daneben liegt ein vergilbtes Foto. Darauf sind zwei Kinder zu sehen: Lena und Max.

Lena ist erschüttert.„Das Foto kann nicht existieren.“ Elias sagt:

„Es wurde vor dem Ritual aufgenommen.“

Doch auf der Rückseite steht etwas, das sie noch mehr erschreckt:

Wenn sie sich erinnern, beginnt die zweite Nacht.


4. Max‘ Erinnerung

Max berührt das Foto. Sofort bekommt er eine Vision. Er sieht sich selbst als sechsjähriges Kind. Doch diesmal sieht er nicht nur seine eigene Vergangenheit.Er sieht, was während der zwei Minuten seines Todes geschah. Sein Bewusstsein befand sich an einem anderen Ort. Dort begegnete er dem Schöpfer der vier Schlüssel. Dieser Mann sagte ihm:

„Du wirst zurückkehren.“

Max fragte:

„Warum?“

Die Antwort:

„Weil sie dich braucht.“

Max:

„Wer?“

Der Mann zeigte auf Lena. Dann sagte er:

„Nicht heute. Aber eines Tages wird sie vor einer Entscheidung stehen.“


5. Der dritte Schlüssel

Hinter dem alten Bett entdecken sie einen verborgenen Raum. Darin befindet sich ein kleiner metallener Kasten. Elias erkennt sofort das Symbol darauf. Der dritte Schlüssel. Doch als Max ihn öffnen will, erscheint eine Warnung:

DIE WAHRHEIT DARF NICHT ALLEIN GEÖFFNET WERDEN.

Lena und Max müssen den Kasten gemeinsam berühren. Als sie es tun, öffnet er sich. Darin liegt kein Schlüssel. Sondern ein alter Brief. Der Brief ist an Max adressiert. Und er wurde vor zwanzig Jahren geschrieben.


6. Der Brief

Max liest:

„Wenn du diesen Brief findest, hast du dich erinnert.“

Er erkennt die Handschrift. Sie gehört seiner Mutter. Doch der nächste Satz lässt ihn erstarren:

„Max, wenn du das liest, weißt du endlich, dass dein Vater nicht bei einem Unfall gestorben ist.“

Max blickt zu Elias. „Was weißt du darüber?“

Elias schweigt. Lena merkt sofort:

Elias hat erneut etwas verschwiegen.


7. Die große Enthüllung

Im Brief steht, dass Max‘ Vater ebenfalls nach den vier Schlüsseln gesucht hat. Aber er war nicht wie Elias. Er wollte die Schlüssel nicht schützen. Er wollte sie öffnen. Und er hatte einen Grund: Er glaubte, dass die vier Schlüssel nicht die Tür zu einer anderen Welt öffnen. Sondern die Tür zu einer Welt, in der man die Vergangenheit verändern kann. Max erkennt:

Sein Vater wollte ihn damals nicht retten. Er wollte ihn als Teil des Rituals benutzen. Lena fragt:

„Und wer hat dich dann gerettet?“

Max schaut auf den letzten Satz des Briefes. Dort steht:

„Es war nicht Elias.“

Darunter:

„Es war Lena.“


8. Der emotionale Höhepunkt

Lena kann es kaum glauben. „Ich war sechs Jahre alt.“

Max antwortet: „Aber du hast mich zurückgeholt.“

Lena beginnt zu weinen. „Ich wollte nur, dass du nicht stirbst.“

Max nimmt ihre Hand. Doch plötzlich spürt er etwas. Das silberne Zeichen auf seiner Brust beginnt wieder zu glühen. Und diesmal erscheint dasselbe Zeichen auf Lenas Brust.

Elias schreit:

„Nein! Trennt euch!“

Zu spät. Ein gewaltiger Lichtstoß erfüllt das Zimmer. Die Wände verschwinden. Für einen kurzen Augenblick sehen Lena und Max etwas, das vor ihnen liegt: die vier Schlüssel. Und dahinter steht ein Mann. Der Mann, der sie erschaffen hat. Er dreht sich langsam zu ihnen um. Und Lena erkennt sein Gesicht.


9. Cliffhanger

Lena flüstert: „Das kann nicht sein.“

Max fragt: „Du kennst ihn?“

Lena kann kaum sprechen. Denn der Mann vor ihnen ist Lenas Vater. Der Vater, von dem man ihr seit ihrer Kindheit erzählt hatte, dass er tot sei. Er sieht Lena an. Dann Max. Und sagt: „Ihr habt viel zu lange gebraucht.“ Das Licht erlischt. Das Zimmer ist wieder da. Doch der Brief liegt nicht mehr auf dem Tisch. Und Max ist verschwunden. Lena steht allein im dunklen Krankenhauszimmer. Dann hört sie hinter sich Max‘ Stimme:

„Lena… lauf.“

Sie dreht sich um. Max steht im Türrahmen. Doch hinter ihm steht noch jemand.

Lenas Vater.